Ratgeber
Tipps für die Kicktipp-Runde – nachgerechnet
Stand: 30. September 2026
Die meisten Ratschläge für Tippspiele sind Faustregeln: immer Heimsieg, immer 2:1, das häufigste Ergebnis tippen. Manche davon kosten Punkte. Hier sind sieben Tipps, die sich nachrechnen lassen, drei Faustregeln, die man kennen sollte – und was keine Rechnung leisten kann.
Sieben Tipps, die sich nachrechnen lassen
1. Erst die Regel lesen, dann tippen
Wie viele Punkte gibt es für Tendenz, Tordifferenz und genaues Ergebnis? Bringt das Unentschieden mehr? Gilt ein Strategieverbot oder die Quotenregel? Das steht in den Spielregeln deiner Runde, und fast alles Weitere hängt daran. Die Punkteregel, erklärt mit Beispielen.
2. Nicht das häufigste Ergebnis tippen, sondern das mit den meisten erwarteten Punkten
Das einzelne Ergebnis, das am wahrscheinlichsten fällt, ist in vielen Spielen 1:1 – als Tipp bringt es trotzdem oft weniger. Im Rechenbeispiel eines knappen Heimfavoriten (Regel Sieg 2/3/4, Remis 2/–/4) fällt 1:1 mit 13,5 % am häufigsten, bringt aber 0,83 erwartete Punkte; 1:0 bringt 1,22. Der Grund ist die Tordifferenz-Stufe, die es nur für Siege gibt.
3. Bei Favoriten meist mit einem Tor Unterschied
1:0 und 2:1 bekommen die Tordifferenz-Punkte bei jedem knappen Sieg, 2:0 nur bei Siegen mit zwei Toren. Solange der Favorit nicht klar überlegen ist, sind knappe Siege häufiger. Erst beim sehr klaren Favoriten – im Rechenbeispiel mit 80 % Siegchance – liegt 2:0 vorn.
4. Unentschieden: Regel und Torerwartung entscheiden
Ein offenes Spiel, Heimsieg und Auswärtssieg je 34 %, Unentschieden 32 %: Gibt die richtige Remis-Tendenz 2 Punkte, ist der knappe Sieg der bessere Tipp, 0,99 zu 0,93 erwarteten Punkten. Gibt sie 3, liegt das 1:1 vorn, 1,10 zu 0,99. Und in sehr torarmen offenen Spielen – im Rechenbeispiel mit erwarteten Toren von 0,9 zu 0,9 – liegt schon bei 2 Punkten das 0:0 vorn. Pauschal mehr oder weniger Unentschieden zu tippen ist keine Strategie.
5. Mit Strategieverbot: den billigsten Tipp ändern
Verstößt dein Spieltag gegen das Verbot, ändere den Tipp, bei dem der Wechsel am wenigsten erwartete Punkte kostet – nicht automatisch den unsichersten. Beim Verbot für das Ergebnis ist das oft fast umsonst, weil 2:1 und 1:0 dicht beieinanderliegen. Das Strategieverbot mit Beispielen.
6. Mehrere Runden, mehrere Regeln: Tipps nicht blind übernehmen
Wer in mehreren Runden tippt, kann bei Kicktipp unter „Mein Profil“, Abschnitt „Einstellungen“, dort „Tipps übernehmen“, zwei Häkchen setzen: Mit dem ersten werden die Tipps bei der Abgabe auch in den anderen Runden gespeichert, sofern dort noch keine stehen; mit dem zweiten auch dann, wenn dort schon Tipps stehen – die werden dann geändert. Bei gleicher Regel spart das Arbeit. Bei verschiedenen Regeln landet ein Satz, der für die eine Regel gerechnet ist, in der anderen Runde, wo er nicht der beste sein muss – dann gehören beide Häkchen aus, und jede Runde bekommt ihren eigenen Tippsatz. Die Hilfe von Kicktipp weist selbst darauf hin, dass die Übernahme bei unterschiedlichen Regeln scheitern kann, etwa an einem Strategieverbot.
7. Nicht nach einem Spieltag urteilen
Wir haben den gerechneten Tippsatz über zwei komplette Bundesliga-Saisons nachgespielt: 68 Spieltage, 612 Spiele, Regel Sieg 2/3/4, Remis 3/–/4, mit Strategieverbot, höchstens 36 Punkte je Spieltag. Im Schnitt waren es 12,4 Punkte je Spieltag – aber die einzelnen Spieltage lagen zwischen 0 und 26 Punkten, die Hälfte zwischen 10 und 15, jeder zehnte unter 7. Ein schwacher Spieltag sagt über eine Tippweise fast nichts; ein Unterschied zeigt sich über eine Saison, nicht am Wochenende.
Drei Faustregeln, die Punkte kosten können
- „Immer Heimsieg.“ Bringt Tendenzpunkte ohne Nachdenken, verschenkt aber jedes Spiel, in dem der Gast Favorit ist. Mit Strategieverbot sind ohnehin höchstens sechs von neun gleiche Tendenzen erlaubt.
- „Immer 2:1.“ Oft nah am besten Tipp, aber in torarmen offenen Spielen liegt 1:0 vorn und beim sehr klaren Favoriten 2:0. Mit Strategieverbot sind höchstens sechs gleiche Ergebnisse erlaubt, 1:2 mitgezählt.
- „Das häufigste Ergebnis ist 1:1, also 1:1.“ Das häufigste Ergebnis ist nicht der beste Tipp – siehe Tipp 2.
Was keine Rechnung leisten kann
- Die Runde gewinnen ist etwas anderes als Punkte sammeln. Erwartete Punkte sind der beste Schnitt über viele Spieltage. Wer weit zurückliegt, braucht Tipps, die vom Feld abweichen – das erhöht die Streuung und kostet oft erwartete Punkte. TippChamp rechnet heute die erwarteten Punkte, nicht die Chance auf einen Tabellenplatz.
- Die Quotenregel. Hängen die Punkte an den Tipps der Mitspieler, gelten andere Rechnungen. TippChamp rechnet solche Runden nicht.
- Bonusfragen. Meister, Absteiger, Torschützenkönig – dafür gibt es hier keine Rechnung.
- Was der Markt nicht weiß. Die Wahrscheinlichkeiten stammen aus den Quoten der Buchmacher. Was dort noch nicht eingepreist ist, kennt auch die Rechnung nicht.
Das rechnet TippChamp
TippChamp nimmt deine Punkteregel und dein Strategieverbot – von Hand eingetragen oder aus den öffentlichen Spielregeln deiner Runde gelesen, ohne Passwort – und schlägt für den ganzen Spieltag den Tippsatz mit den meisten erwarteten Punkten vor. Eintragen musst du selbst.
In der App für iPhone und im Browser zeigt TippChamp zu jedem Spiel Tipp, Matrix und Einordnung, dazu die erwarteten Punkte des Spieltags und Sieg, Remis und Niederlage mit Torerwartung und Quoten. Den fertigen Tippsatz für alle Spiele rechnet TippChamp, kostenlos in der App und im Browser.
Ein Versprechen ist das nicht. Über zwei nachgerechnete Bundesliga-Saisons lag der Satz in einer echten Runde mit 9 bzw. 11 Tippern ohne Strategieverbot – ebenfalls ohne Verbot gerechnet – vor der Spitze der Runde um 0,4 bis 0,6 Punkte je Spieltag, in keiner der beiden Saisons statistisch gesichert. Die Rechnung mit allen Bedingungen steht unter Punkte oder Rang; wie der Satz in dieser Saison abschneidet, im Rückblick.
Häufige Fragen
Was ist die beste Strategie im Tippspiel?
Die, die zu deiner Punkteregel passt: für jedes Spiel der Tipp mit den meisten erwarteten Punkten, mit Strategieverbot gerechnet für den ganzen Spieltag. Eine Strategie, die in jeder Runde gleich gut ist, gibt es nicht – dafür unterscheiden sich die Regeln zu sehr.
Gibt es eine Tipphilfe für die Tipprunde?
Ja, mehrere. Die meisten nennen das wahrscheinlichste Ergebnis je Spiel. TippChamp rechnet stattdessen mit deiner Punkteregel und deinem Strategieverbot. Es fragt nie nach einem Passwort und liest nur die öffentlichen Spielregeln, den Spielplan und die Tabelle deiner Runde.
Kann man mit den richtigen Tipps die Runde sicher gewinnen?
Nein. Ein einzelner Spieltag streut stark, und auch über eine Saison ist der Vorsprung gerechneter Tipps vor den Besten einer Runde klein – in unserer Nachrechnung über zwei Saisons statistisch nicht gesichert (die Zahlen). Wer etwas anderes verspricht, hat es nicht nachgerechnet.
Lohnt es sich, mehr Unentschieden zu tippen?
Pauschal nicht. Es hängt daran, wie offen und wie torarm ein Spiel ist und wie viele Punkte die Regel für die Remis-Tendenz gibt. Im Rechenbeispiel eines offenen Spiels ist bei 2 Punkten der knappe Sieg der bessere Tipp, bei 3 Punkten das 1:1; in sehr torarmen offenen Spielen kann schon bei 2 Punkten das 0:0 vorn liegen (Rechenbeispiel).