Ratgeber
Strategieverbot bei Kicktipp: was es erlaubt und wie man damit tippt
Stand: 30. September 2026
Viele Tipprunden schalten ein Strategieverbot ein. Es verhindert, dass jemand jeden Spieltag gleich tippt – neunmal Heimsieg oder neunmal 2:1. Hier steht, was die Regel genau erlaubt, was sie bei neun Spielen bedeutet und welchen Tipp man ändert, wenn der eigene Spieltag dagegen verstößt. Die Rechenbeispiele nennen ihre Annahmen, damit man sie nachprüfen kann.
Die Regel in zwei Sätzen
- Strategieverbot Tendenz: Höchstens zwei Drittel der Tipps eines Spieltags dürfen dieselbe Tendenz haben – Heimsieg, Unentschieden oder Auswärtssieg.
- Strategieverbot Ergebnis: Höchstens zwei Drittel der Tipps dürfen dasselbe Ergebnis haben. Heim und Gast werden dabei nicht unterschieden: Ein 2:1 zählt wie ein 1:2, ein 1:0 wie ein 0:1. Ein 1:1 und ein 2:2 sind dagegen zwei verschiedene Ergebnisse.
Beide Grenzen greifen erst ab neun Spielen an einem Spieltag, und eine Runde kann jede für sich einschalten. Die beiden Namen stammen aus den Spielregeln von Kicktipp; dort steht in der jeweiligen Zeile „Strategieverbot aktiviert“, wenn sie gilt. Andere Tippspiele kennen ähnliche Einstellungen unter anderem Namen – maßgeblich sind immer die Spielregeln deiner Runde.
Was das bei neun Spielen heißt
Zwei Drittel von neun sind sechs. Ein Bundesliga-Spieltag hat neun Spiele, also dürfen dort höchstens sechs Tipps dieselbe Tendenz und höchstens sechs dasselbe Ergebnis haben.
| Spiele am Spieltag | Gleiche Tendenz höchstens | Gleiches Ergebnis höchstens |
|---|---|---|
| unter 9 | keine Grenze | keine Grenze |
| 9 | 6 | 6 |
| 10 | 6 | 6 |
| 12 | 8 | 8 |
„Höchstens zwei Drittel“ heißt: Bei zehn Spielen wären sieben schon mehr als zwei Drittel – die Grenze bleibt bei sechs.
Drei Spieltage zum Prüfen
- Sieben Heimsiege, zwei Auswärtssiege: verstößt gegen das Verbot für die Tendenz – sieben ist mehr als sechs.
- Sechs Heimsiege, ein Remis, zwei Auswärtssiege, darunter fünfmal 2:1 und zweimal 1:2: Die Tendenz passt, das Ergebnis nicht. 2:1 und 1:2 zählen zusammen, das sind sieben.
- Sechs Heimsiege (dreimal 2:1, zweimal 1:0, einmal 2:0), zweimal 1:1, einmal 1:2: erlaubt. Sechs gleiche Tendenzen, und 2:1 samt 1:2 kommt viermal vor.
Warum es das Verbot gibt
Ohne Verbot gibt es zwei bequeme Abkürzungen. Wer jedes Spiel auf die Heimmannschaft tippt, sammelt Tendenzpunkte, ohne ein Spiel anzusehen – die Heimmannschaft gewinnt im Fußball häufiger als der Gast. Und wer jedes Spiel 2:1 tippt, setzt auf ein Ergebnis, das oft fällt. Beides bleibt erlaubt, solange es bei höchstens zwei Dritteln bleibt. Das Verbot verlangt also keine mutigen Tipps, sondern nur, dass mindestens drei von neun anders aussehen.
Welchen Tipp ändert man?
Das ist die eigentliche Frage. Die übliche Antwort – „den unsichersten Heimsieg“ – stimmt oft, aber nicht immer. Genauer wird es mit erwarteten Punkten: Was bringt ein Tipp im Schnitt, wenn man dasselbe Spiel sehr oft spielen könnte? Jeder Tipp hat so einen Wert, und er hängt an der Punkteregel deiner Runde (wie das zusammenhängt).
Muss ein Tipp weichen, ändert man den, bei dem der Wechsel am wenigsten kostet – dort, wo der beste erlaubte andere Tipp am nächsten an den bisherigen heranreicht. Ein Beispiel mit drei Heimfavoriten, gerechnet unter der Regel Sieg 2/3/4, Remis 2/–/4:
| Spiel | Bester Heimtipp | Bester anderer Tipp | Wechsel kostet |
|---|---|---|---|
| klarer Favorit | 1:0 · 1,70 | 1:1 · 0,60 | 1,10 |
| knapper Favorit | 1:0 · 1,22 | 1:1 · 0,83 | 0,39 |
| fast offen | 1:0 · 1,05 | 0:1 · 0,93 | 0,12 |
Hervorgehoben: das Spiel, bei dem der Wechsel am wenigsten kostet. Werte in erwarteten Punkten je Spiel. Angenommen sind erwartete Tore von 2,2 zu 0,8 (Heimsieg 68 %), 1,5 zu 1,1 (Heimsieg 45 %) und 1,3 zu 1,2 (Heimsieg 38 %), gerechnet mit einem Poisson-Modell mit Dixon-Coles-Korrektur. Es sind Rechenbeispiele, keine echten Spiele.
Gekippt wird das fast offene Spiel: Der Wechsel kostet dort 0,12 erwartete Punkte, beim klaren Favoriten wären es 1,10. Zwei Dinge fallen auf. Der beste andere Tipp ist in diesem Spiel nicht das Unentschieden, sondern der knappe Auswärtssieg – unter Remis 2/–/4 bringt das 1:1 weniger. Und belohnt die Runde die richtige Remis-Tendenz mit 3 Punkten, kostet der Wechsel dort nur noch 0,02, und zwar auf 1:1. Eine Faustregel ersetzt die Rechnung nicht.
Achtung beim Ergebnis-Verbot: Ein 0:1 zählt dort wie ein 1:0. Stehen schon sechs 1:0 auf dem Zettel, hilft der Wechsel auf 0:1 nicht weiter.
Beim Ergebnis-Verbot ist der Wechsel oft fast umsonst
Zu viele 2:1? Dann lohnt der Blick auf die Nachbarn. Beim knappen Favoriten aus der Tabelle liegen 2:1 und 1:0 fast gleichauf, beide bei 1,22 erwarteten Punkten – der Unterschied ist kleiner als ein Hundertstelpunkt. Wer eins seiner 2:1 in ein 1:0 ändert, verliert dort praktisch nichts. Teurer wird es erst, wenn die nahen Ergebnisse schon ausgeschöpft sind.
Der ganze Spieltag auf einmal
Gibt es zwei Verstöße zugleich – zu viele Heimsiege und zu viele 2:1 –, wird Umtippen von Hand unübersichtlich, weil jeder Wechsel beide Zählungen verändert. Sauber ist nur, den ganzen Spieltag auf einmal zu betrachten: Unter allen Tippsätzen, die beide Grenzen einhalten, sucht man den mit den meisten erwarteten Punkten.
Das rechnet TippChamp
TippChamp leitet aus Buchmacherquoten die Wahrscheinlichkeit jedes Ergebnisses ab und sucht unter deiner Punkteregel und deinem Strategieverbot den Tippsatz mit den meisten erwarteten Punkten – für den ganzen Spieltag. Es zeigt, welcher Tipp wegen des Verbots abweicht und was das kostet.
In der App für iPhone und im Browser zeigt TippChamp zu jedem Spiel Tipp, Matrix und Einordnung, dazu die erwarteten Punkte des Spieltags und Sieg, Remis und Niederlage mit Torerwartung und Quoten. Den fertigen Tippsatz für alle Spiele rechnet TippChamp, kostenlos in der App und im Browser.
Ein Versprechen ist das nicht. Über zwei nachgerechnete Bundesliga-Saisons lag der Satz in einer echten Runde mit 9 bzw. 11 Tippern ohne Strategieverbot – ebenfalls ohne Verbot gerechnet – vor der Spitze der Runde um 0,4 bis 0,6 Punkte je Spieltag, in keiner der beiden Saisons statistisch gesichert. Die Rechnung mit allen Bedingungen steht unter Punkte oder Rang; wie der Satz in dieser Saison abschneidet, im Rückblick.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Strategieverbot Ergebnis aktiviert“?
Dass an einem Spieltag mit mindestens neun Spielen höchstens zwei Drittel deiner Tipps dasselbe Ergebnis haben dürfen – bei neun Spielen also höchstens sechs. 2:1 und 1:2 zählen dabei als dasselbe Ergebnis.
Zählt 2:1 genauso wie 1:2?
Beim Verbot für das Ergebnis ja: Ob die Heim- oder die Gastmannschaft vorn liegt, spielt keine Rolle. Beim Verbot für die Tendenz nicht – dort ist 2:1 ein Heimsieg und 1:2 ein Auswärtssieg.
Gilt das Verbot auch bei weniger als neun Spielen?
Nein. Beide Grenzen greifen erst ab neun Spielen an einem Spieltag. Darunter darfst du so einseitig tippen, wie du willst.
Was passiert, wenn mein Spieltag dagegen verstößt?
Dann lässt sich der Spieltag so nicht abgeben – in der Hilfe von Kicktipp ist das einer der genannten Gründe, wenn die Tippabgabe nicht klappt. Ändere einen Tipp nach der Rechnung oben: den, dessen Wechsel am wenigsten kostet.
Zählen Spiele mit, die schon angepfiffen sind?
Die Grenze gilt für den Spieltag als Ganzes, nicht für einzelne Anstoßzeiten. Wer das Freitagsspiel schon getippt hat, muss diesen Tipp mitzählen, wenn er am Samstag den Rest einträgt.