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Die Kicktipp-Punkteregel: warum 1:0 oft mehr bringt als 2:0

Stand: 30. September 2026

Tendenz, Tordifferenz, genaues Ergebnis – fast jede Tipprunde vergibt ihre Punkte in diesen drei Stufen. Wie viele es je Stufe gibt, legt die Runde selbst fest, und genau daran hängt, welcher Tipp sich lohnt. Hier stehen die Stufen, der Sonderfall Unentschieden und Rechenbeispiele dazu, warum der beste Tipp selten das Ergebnis ist, das am häufigsten fällt.

Drei Stufen – es zählt nur die höchste

Die verbreitete Regel 2/3/4 gibt 2 Punkte für die richtige Tendenz (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg), 3 für die richtige Tordifferenz und 4 für das genaue Ergebnis. Getippt ist 2:1:

ErgebnisWas stimmtPunkte
2:1genaues Ergebnis4
3:2 oder 1:0Tordifferenz (ein Tor)3
3:1nur die Tendenz2
1:1nichts0

Die Stufen addieren sich nicht: Ein genauer Treffer bringt 4 Punkte, nicht 2 + 3 + 4. In den Spielregeln einer Runde steht das meist als kleine Tabelle mit den Zeilen Sieg und Unentschieden und den Spalten Tendenz, Tordifferenz, Ergebnis. Manche Runden bewerten Heim- und Auswärtssieg unterschiedlich.

Der Sonderfall Unentschieden

Bei einem Remis ist die Tordifferenz immer null. Eine eigene Stufe dafür gibt es deshalb nicht – in der Regeltabelle steht dort ein Strich, etwa „Unentschieden 2 / – / 4“. Wer 1:1 tippt, bekommt bei 1:1 die Punkte für das genaue Ergebnis und bei 0:0 oder 2:2 nur die Tendenzpunkte. Manche Runden gleichen das aus und geben für die richtige Remis-Tendenz mehr, zum Beispiel 3 statt 2 Punkte. Ob sich ein Unentschieden-Tipp lohnt, hängt stark an dieser einen Zahl – ein Beispiel steht weiter unten.

Warum 1:0 oft mehr bringt als 2:0

1:0 und 2:0 unterscheiden sich nicht bei der Tendenz, sondern bei der Tordifferenz. Ein 1:0 bekommt die Tordifferenz-Punkte bei jedem Sieg mit einem Tor Vorsprung – 2:1, 3:2, 4:3. Ein 2:0 bekommt sie nur bei Siegen mit zwei Toren – 3:1, 4:2. Solange keine Mannschaft klar überlegen ist, sind knappe Siege häufiger: Beim knappen Heimfavoriten aus dem Beispiel unten gewinnt die Heimmannschaft in 22 % der Fälle mit genau einem Tor und in 14 % mit genau zwei. Deshalb sammelt der niedrigere Tipp im Schnitt mehr.

Das kippt erst beim sehr klaren Favoriten. Bei erwarteten Toren von 2,8 zu 0,7 (Heimsieg 80 %) gewinnt er häufiger mit zwei Toren als mit einem, 22 % zu 19 %, und dann liegt 2:0 vorn: 1,94 erwartete Punkte gegen 1,88 für 1:0.

Das häufigste Ergebnis ist selten der beste Tipp

Ein Rechenbeispiel: ein knapper Heimfavorit mit erwarteten Toren von 1,5 zu 1,1. Daraus folgen Heimsieg 45 %, Unentschieden 28 %, Auswärtssieg 27 %. Das einzelne Ergebnis, das am wahrscheinlichsten fällt, ist 1:1. Als Tipp bringt es trotzdem deutlich weniger als 1:0 oder 2:1 (Regel Sieg 2/3/4, Remis 2/–/4):

TippFällt genau soErwartete Punkte
1:113,5 %0,834
1:09,9 %1,223
2:19,2 %1,216
0:08,7 %0,737
2:08,4 %1,128

Hervorgehoben: der Tipp mit den meisten erwarteten Punkten. 1:0 und 2:1 liegen hier nur 0,007 Punkte auseinander – auf zwei Stellen gerundet sind beide 1,22, deshalb steht diese Spalte mit drei Stellen.

Der Grund: Das 1:1 holt nur Punkte, wenn das Spiel unentschieden endet – in 28 % der Fälle, und dort gibt es keine Tordifferenz-Stufe. Das 1:0 punktet bei jedem Heimsieg, in 45 % der Fälle, und bei jedem knappen Heimsieg sogar mit der höheren Tordifferenz-Stufe.

Die Regel entscheidet mit

Dasselbe Spiel unter zwei Regeln. Ein offenes Spiel mit erwarteten Toren von 1,1 zu 1,1 – Heimsieg 34 %, Unentschieden 32 %, Auswärtssieg 34 %. Sieg jeweils 2/3/4, verschieden ist nur die Remis-Tendenz:

TippRemis 2/–/4Remis 3/–/4
1:0 (ebenso 0:1)0,990,99
2:10,950,95
1:10,931,10
0:00,881,08

Erwartete Punkte je Spiel.

Gibt die richtige Remis-Tendenz 2 Punkte, ist in diesem Spiel der knappe Sieg der beste Tipp. Gibt sie 3, ist es das 1:1. Wer die Regel seiner Runde nicht kennt, tippt in solchen Spielen im Zweifel daneben. Auch die Torerwartung zählt: In einem sehr torarmen offenen Spiel mit erwarteten Toren von 0,9 zu 0,9 liegt schon bei 2 Punkten für die Remis-Tendenz das 0:0 vorn.

So ist gerechnet

Alle Beispiele setzen die erwarteten Tore fest und rechnen daraus mit einem Poisson-Modell mit Dixon-Coles-Korrektur die Wahrscheinlichkeit jedes Ergebnisses – dasselbe Verfahren, das TippChamp nutzt. Es sind Rechenbeispiele, keine echten Spiele: Im Einsatz leitet TippChamp die Wahrscheinlichkeiten aus den Quoten der Buchmacher ab. Erwartete Punkte sind ein Schnitt über viele Spiele, keine Vorhersage für ein einzelnes – echte Ergebnisse streuen stark.

Quotenregel: ein anderes Problem

Manche Runden vergeben die Punkte nach der Quotenregel: Wie viel eine richtige Tendenz bringt, hängt davon ab, wie viele Mitspieler dasselbe getippt haben. Dann gelten die Rechnungen auf dieser Seite nicht – der beste Tipp hängt an den Tipps der anderen, nicht nur an den Wahrscheinlichkeiten. TippChamp rechnet solche Runden nicht, sondern sagt es, wenn es eine erkennt.

Das rechnet TippChamp

Du trägst deine Punkteregel ein oder lässt sie aus den öffentlichen Spielregeln deiner Runde lesen. TippChamp rechnet für jedes Spiel die erwarteten Punkte jedes Ergebnisses unter genau dieser Regel und schlägt den Tippsatz mit den meisten erwarteten Punkten für den ganzen Spieltag vor – auch mit Strategieverbot.

In der App für iPhone und im Browser zeigt TippChamp zu jedem Spiel Tipp, Matrix und Einordnung, dazu die erwarteten Punkte des Spieltags und Sieg, Remis und Niederlage mit Torerwartung und Quoten. Den fertigen Tippsatz für alle Spiele rechnet TippChamp, kostenlos in der App und im Browser.

Ein Versprechen ist das nicht. Über zwei nachgerechnete Bundesliga-Saisons lag der Satz in einer echten Runde mit 9 bzw. 11 Tippern ohne Strategieverbot – ebenfalls ohne Verbot gerechnet – vor der Spitze der Runde um 0,4 bis 0,6 Punkte je Spieltag, in keiner der beiden Saisons statistisch gesichert. Die Rechnung mit allen Bedingungen steht unter Punkte oder Rang; wie der Satz in dieser Saison abschneidet, im Rückblick.

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Häufige Fragen

Wie viele Punkte gibt es für die richtige Tordifferenz?

So viele, wie deine Runde festlegt. Bei der verbreiteten Regel 2/3/4 sind es 3 Punkte – einer mehr als für die Tendenz, einer weniger als für das genaue Ergebnis.

Gibt es beim Unentschieden Punkte für die Tordifferenz?

In der Regel nicht. Die Tordifferenz eines Remis ist immer null, deshalb gibt es dafür meist keine eigene Stufe. Ein 1:1-Tipp bekommt bei 2:2 nur die Tendenzpunkte.

Bekomme ich für ein genaues Ergebnis alle drei Stufen?

Nein. Es zählt nur die höchste Stufe, die zutrifft. Ein genauer Treffer bringt bei 2/3/4 genau 4 Punkte.

Ist 2:1 ein guter Standardtipp?

Oft liegt es nah am besten Tipp – beim knappen Favoriten oben gleichauf mit 1:0. Als Tipp für jedes Spiel taugt es nicht: In torarmen offenen Spielen und beim sehr klaren Favoriten liegen andere Tipps vorn, und ein Strategieverbot erlaubt bei neun Spielen höchstens sechs gleiche Ergebnisse (mehr zum Strategieverbot).

Soll man Unentschieden tippen?

Manchmal. Es hängt an der Regel und an der Torerwartung. Im offenen Spiel oben lohnt das 1:1 bei 3 Punkten für die Remis-Tendenz, bei 2 Punkten nicht; in einem sehr torarmen offenen Spiel liegt schon bei 2 Punkten das 0:0 vorn.

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